Spät berufen
Ich bin Christian Koechinger, Jahrgang 1971. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der norddeutschen Tiefebene.
Als Kinder waren wir den ganzen Tag draußen, spielten Spiele, an die ich mich noch heute gern erinnere, bauten Buden, hatten Banden und spielten Fußball. "Genießt eure Jugend, sie kommt nicht zurück!" pflegte mein Opa zu sagen. Er wohnte mit meiner Oma im Erdgeschoss unseres Hauses, das am Dorfrand gelegen ist, meine Eltern, meine Schwester und ich wohnten oben. Zu meinem Glück gelingt es mir oft, die Gefühle meiner Kindheit noch heute in mir wachzurufen.
Nach dem Abitur begann ich eine Ausbildung in der Verwaltung der Stadt Braunschweig. Nach meinem Zivildienst kehrte ich dorthin zurück. Meine Besprechungsprotokolle wurden gelobt. Ich merkte, dass mir Schriftsprache liegt. In den folgenden zwanzig Jahren beschränkte sich meine schriftstellerische Tätigkeit auf das Erstellen von Aktenvermerken und Sitzungsprotokollen. Innerlich wollte ich immer Autor werden, aber ich schrieb nichts Privates.
Das änderte sich im Jahr 2012. Ich schrieb eine SMS an einen Freund, in der ich ihn bat, doch mal einen Roman bei mir in Auftrag zu geben, weil ich sonst nichts schreiben würde. Das Ergebnis war "Neubaugebiet", das ich drei Jahre später veröffentlichte. Ich werde nie vergessen, wie gut es sich anfühlte, als ich mein erstes eigenes Buch in den Händen hielt.
Ich hielt es für eine Eintagsfliege; doch es ging weiter. Mit "Mephistos Tod" wagte ich mich vor ins dramatische Fach. Im Dezember 2021 fand am Staatstheater Braunschweig eine szenische Lesung von "Mephistos Tod" statt, bei der mich Christoph Diem und Lukas Pergande vom Staatstheater unterstützten.
2025 schrieb ich dann die Romane "Die Geschichten meines Vaters" und "Rosa Pinguine". Ich hatte gerade eine Krebserkrankung hinter mich gebracht, und die beiden Werke flossen nur so aus mir heraus.
Spätestens seitdem definiere ich mich als Schriftsteller.
Ich freue mich auf all die Stoffe, die noch vor mir liegen!